Am Lagerfeuer sitzen und in das funkelnde Sternenmeer am Firmament zu blicken – seit ihrer ersten Reise in Afrikas Süden vor 25 Jahren besteht die Faszination für Katja und Beppo Niedermeier in diesem intensiven Erleben der gewaltigen Natur, dem besonderen Herzschlag Afrikas. In den heiligen Tsodilo Hills in Botswana soll laut einer Legende alles Leben an einem Seil aus den Sternen herabgestiegen sein. Uralte Überlieferung und wissenschaftliche Realität liegen hier nah beieinander und sind alles andere als Esoterik: Alles Leben ist aus Sternenstaub geboren. Wenn Sterne verglühen, bilden sich grundlegende Bausteine des Lebens. Für unsere frühesten Vorfahren, die Buschmänner, galten diejenigen, die die Sterne nicht hören konnten als unheilbar und schwer krank. Die Sterne sind im Lauf der Menschheitsgeschichte „verstummt“, wir können sie alle nicht mehr hören – auch nicht die letzten direkten Nachfahren der ersten Buschmänner, die in der Neuzeit ein anderes Leben führen.
NAMIBIA UND BOTSWANA – ECHO DER SCHÖPFUNG führt auf eine unterhaltsame Entdeckungsreise zu den Wurzeln unserer frühesten Vorfahren. In ihrer neuen Live-Reportage betrachten Katja und Josef Niedermeier ihre alte Liebe, Afrikas Süden, aus neuen Blickwinkeln. Sie folgen uralten Pfaden zum Ort, an dem neuesten Forschungsergebnissen zufolge der moderne Mensch geboren wurde. Die Wiege unserer Urahnen, der Süden Afrikas, zeigt uns auf vielfältigste Weise den Wandel im Laufe der Erdgeschichte über Jahrmillionen, Jahrtausende und Jahrzehnte.
In der abendlichen Magie von Kubu Island, im Schatten der berühmten Baines Baobabs im Herzen der Makgadikgadi-Pans, an den Wasserstellen der wildreichen Nxai Pan, dem legendären Savuti oder in der einsamen Kalahari offenbart sich das Wunderwerk Leben in all seinen Facetten. Wenn sich an den Ufern von Chobe und Khwai zum Sonnenuntergang Büffel und Elefanten sammeln, die Raubtiere erwachen oder man lautlos im Einbaum durch das Okavango Delta gleitet, spürt man diese unermessliche Vielfalt von Leben. Es ist das Vermächtnis unserer Urahnen.
Gluthitze, Sandstürme, Eiseskälte – auch die lebensfeindlichsten Bereiche Namibias besiedelten sie. Sie teilten sich seit ihrem Anbeginn das karge Land mit den Wildtieren Afrikas und sorgten durch ihren bedachten Umgang mit natürlichen Ressourcen für ihren Erhalt bis in die Neuzeit.
Der majestätische Löwe, der mutig dem unerbittlichen Staubteufel trotzt. Zebraherden, Antilopen, Raubtiere sowie die letzten Nashörner – alle zieht es zu den „Augen von Etosha“, den Wasserlöchern am Rande der großen Salzpfanne, die auch die als Jäger und Sammler ziehenden San gerne aufsuchten, um Salz zu schürfen oder Wild zu jagen. Die „Little Five“ zeigen uns, was in ihnen steckt: das gespeicherte Wissen der Evolution – sie überleben dank enormer Anpassungsfähigkeit inmitten der Namib.
Der Richtersveld Nationalpark entführt uns in urzeitliches Land und eine bizarre Märchenwelt der Halfmens, Köcherbäume und endemischen Sukkulenten, in der ein bisschen Regen eine wahre Explosion aus Farben und Formen auslöst.
Eine abenteuerliche Wüstenexpedition bringt uns ins Reich der legendären Wüstenelefanten und ins Herz der gigantischen Trockenflusstäler – 1200 km zurück ins Mittelalter, als an der berüchtigten Skelettküste Menschen siedelten, deren Existenz bald in der unerbittlichen Kieswüste verhallte. Auch in der einst reichen Diamantenstadt Kolmanskop sind die Spuren profitorientierten Denkens nur noch ein leiser Hauch der Erinnerung, die älteste Wüste der Erde hat sich zurückgeholt, was ihr gehört.
Ob im einsamen Hartmannstal, den weltberühmten Dünen des Sossusvlei oder der surrealen Kulisse des Deadvlei – in der Stille der Wüste spürt man: Alles steht durch empfindliche Regelkreise in Verbindung. Unsere Urahnen waren Überlebenskünstler, die dank ihrer enormen Fähigkeiten bis in die Neuzeit im Volk der San weiterleben und ein Vermächtnis von unschätzbarem Wert in ihren Genen tragen: Das Urwissen, das fragile, erdumspannende Netz des Lebens im ewigen Fluss zu halten.